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Märchen in der Schule
Vom Bilderbogen zum Schulwandbild vom 28.8.2008 bis 16.3.2009
Zum ältesten Lesegut in der Schule gehören die Tierfabeln. Sie sollten der moralischen Erziehung dienen und gültige Lebensweisheiten vermitteln. In der Reformation wurden sie von Luther und Melanchthon als "allerfeinste Lehre" gerühmt.
Märchen und Sagen dagegen fanden erst später Eingang in die Schule und wurden unter dem Einfluß der Aufklärung noch lange als "Aberglauben" und für die Erziehung der Kinder als ungeeignet angesehen. Erst der Weinheimer Schriftsteller Albert Ludwig Grimm (1786–1872) mit seinen kindgerechten Adaptionen volkstümlicher Erzählstoffe führte das Märchen und die Sage in die Kinder- und Jugendliteratur ein. In seinen schon 1808 erschienen "Kindermährchen" brachte er die Überzeugung zum Ausdruck, "daß die Jugend Mährchen haben muß"; für ihn war "Mährchen-Poesie" die "Poesie der Kindheit des poetischen Lebensalters".
Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts fanden Märchen allmählich Eingang in den Lehrstoff der Schulen. Die Märchen sollten zugleich Wissen, Wahrheit und Moral vermitteln. In der Verbindung von Gesinnungspädagogik und kunsterzieherischer Anschauungslehre erfuhren Fabeln, Märchen und Sagen gegen Ende des 19. Jahrhunderts zunehmend auch bildnerische Gestaltung im Schul- und Lesebuch.
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